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Männer, Landesliga Süd, 18:00 Uhr, Gymnasium Kirchheim
HSG Kirchheim/Anzing – TSV Unterhaching 30:31 (13:16)
[fs] Das Derby zwischen der HSG Kirchheim/Anzing und dem TSV Unterhaching bot eigentlich alles, was man sich von einem Nachbarschaftsduell erwartet – Spannung bis zur letzten Sekunde, eine furiose Aufholjagd und ein mehr als diskussionswürdiges Spielende. Vielleicht kann man sich bald auf eine Wiederholung des Spiels freuen – aufgrund des kuriosen Endes hat die Heimmannschaft Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingelegt.
Topmotiviert gingen die Spieler der HSG Kirchheim/Anzing in die Partie. Nach der bitteren und verdienten Niederlage im Hinspiel, wollte man es im Heimspiel besser machen und die Punkte in der Kirchheimer Gymnasiumhalle behalten. Es entwickelte sich zu Anfang ein ausgeglichenes Spiel. Bis zum 6:6 konnte sich noch keines der beiden Teams absetzen. Doch während der TSV Unterhaching sich vor allem zu Anfang viele Fehlwürfe leistete – gerade den Topscorer der Gäste, Johannes Borschel hatte die Kirchheimer Abwehr gut im Griff - war das HSG-Spiel schlicht zu überhastet. Man leistete sich immer mehr unnötige Ballverluste durch Unkonzentriertheiten und technische Fehler. Der TSV traf nun sicherer, das HSG-Spiel hingegen änderte sich kaum. Der TSV konnte sich erstmals mit vier Toren absetzen. Im Wesentlichen hielt sich dieser Vorsprung bis zum Halbzeitstand von 13:16 für den Gast. „Wir haben in dieser Phase einfach zu emotional gespielt“, sagte Co-Trainer Haberthaler nach dem Spiel. „Wenn wir ruhig bleiben, uns auf unser Spiel verlassen und vertrauen, sind wir schwer zu schlagen. Mit der aggressiven Grundhaltung haben wir aber absolut kopflos agiert.“ Gerade die Leistung in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit war dann Beleg genug für diese treffende Einschätzung Haberthalers. Wie bereits gegen Göggingen in der Woche zuvor kam die HSG unerklärlich schwach aus der Halbzeit. Konsequent zog der TSV davon. Einer pomadigen und verschlafenen Abwehrarbeit, folgten unkonzentrierte Aktionen im Angriff. Eine Viertelstunde vor Ende lag die Heimmannschaft scheinbar uneinholbar mit 20:29 im Hintertreffen. Doch plötzlich sahen die Zuschauen eine ganz andere Partie. Unterhaching machte das Spiel langsam und schalteten vielleicht im Angesicht des sicheren Sieges zwei Gänge zurück. Die HSG hingegen schien endlich aufgewacht. Vor allem Max Haberthaler traf aus dem Rückraum nach Belieben. Fabian Heck übernahm vom Siebenmeterpunkt Verantwortung und Simon Scharder im Tor steigerte sich zu einer unglaublichen Leistung. Die Abwehr nahm endlich die Rückraumschützen früh genug an, da man die defensive 6:0-Ausrichtung der Abwehr etwas lockerte. Tor um Tor holte die Heimmannschaft auf. Die Halle wurde immer lauter, das Spiel wurde hitziger. Mit einem Lauf von 10:1 Toren glich die HSG schließlich, 1 Minute vor Ende, wieder aus - das erste Mal seit dem 6:6. Den letzten Angriff konnten der TSV Unterhaching, ohne Druck eines drohenden Zeitspiels, fast 50 Sekunden ausspielen. 10 Sekunden vor dem Ende zog schließlich der Rückraumlinke der Gäste Richtung Tor und schob den Abwehrspieler der HSG in den Kreis. Die Schiedsrichter entschieden auf Strafwurf. Haberthaler dazu: „Nimmt man es genau, war auch das schon kein strafwurfwürdiges Foul. Die Aktion findet weit vor dem Kreis statt, die Spieler werden nur in den Kreis hineingedrückt. Das war einfach nur ein Freiwurf.“ Dennoch - bei 59:49 stoppte die Uhr. Johannes Borschel trat an – und scheiterte am, in dieser Phase, überragenden Simon Scharder. Der Ball prallte auf die Aussenposition zu Dominik Heck, die Uhr zeigte noch 8 Sekunden. Doch plötzlich pfiffen die Schiedsrichter Heck zurück, die Uhr lief zum Ende. Zum Entsetzen der ganzen Halle, ließen die Unparteiischen den Strafwurf wiederholen, mit der Begründung, noch nicht angepfiffen zu haben. Mit Matthias Denz trat anschließend ein anderer Schütze an, als zuvor und verwandelte – die Zeit aber blieb abgelaufen. „Wir haben uns entschieden, gegen die Wertung des Spiels Protest einzulegen“, so Haberthaler. „Wenn der Schiedsrichter den 7-Meter wiederholen lässt, muss er uns auch die restlichen Sekunden auf der Uhr zugestehen, da die Uhr vor dem Strafwurf angehalten war. Zudem müsste eigentlich der gleiche Spieler erneut antreten“. Ob der Einspruch gegen die Wertung des Spiels Erfolg hat, wird sich zeigen. Festzuhalten bleibt, dass die fantastische Aufholjagd der HSG nicht mit einem Punktgewinn belohnt wurde. Allerdings hat man sich das vor allem selber zuzuschreiben, denn wie eine Zuschauerin auf der Tribüne nach dem Spiel treffend bemerkte, „war alles bis auf die letzte Viertelstunde ziemlich schlechter Handball.“
HSG Kirchheim/Anzing: Florian Sinseder, Simon Scharder (Tor); Paul Hoffmann (1), Robin Engl, Fabian Heck (4/3), Max Haberthaler (13), Markus List (3), Dominik Heck (2), Henner Görtz (1/1), Michael Neubauer, Alexander Siegmund (1), Anton Gnadler, Manuel Fischer (4/3), Kay Hoffmann (1);
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