28 Mär
Revanche nicht geglückt
Dritte kann Halbzeitführung gegen den Tabellenführer nicht ins Ziel retten
20 Mär
TSV München-Ost - SV Anzing III 29:32
Starke zweite Hälfte sichert den Sieg
Nach einer schier endlos langen Zeit von drei spielfreien Wochenenden kamen die Fans der Anzinger dritten Mannschaft am vergangenen Samstag in der alt(erhwürdig)en Halle an der Orleansstraße endlich wieder in den Genuss eines Handballspektakels präsentiert von Anzings wahrer Liebe. Die Ostler ihrerseits hatten seit zwei Wochenenden kein Spiel und waren hochmotiviert, sich für die Niederlage im Hinspiel zu revanchieren. Es war zudem das erste von drei verbleibenden Spielen gegen direkte Konkurrenten von der Tabellenspitze, durch welche München-Ost weiter im Aufstiegsrennen bleiben wollte. In diesem Rennen können die Anzinger zwar nicht aufsteigen, wollen sich aber durch Erfolge in den direkten Duellen bestmöglich positionieren. So war alles angerichtet für ein spannendes Derby in einer stimmungsvollen Halle am Samstagabend.
Anzings wahre Liebe, die auf den gesperrten Jonas May verzichten musste, startete motiviert in die Partie und ging durch Henri Lück und Nikolaus Jordan mit 0:1 bzw. 1:2 in Führung. In den folgenden Minuten gerieten die Gäste jedoch Tor um Tor ins Hintertreffen. Man nahm sich (Anm. d. Red.: vor allem in Person eines nicht namentlich genannten Mitglieds der Redaktion) zu viele unvorbereitete Würfe aus dem Rückraum, die in schnellen Toren der Ostler resultierten. Im Anzinger Tor war Felix „Paul“ Mögel heute aufgrund des Fehlens des Marathon-Fanatikers Max Janussek (Anm. d. Red.: Glückwunsch zur neuen Bestzeit!) und des Sechzig-Superfans Robin Schmid auf sich allein gestellt und kam zu diesem Zeitpunkt noch nicht ins Spiel. So sah sich Löwendompteur Hasi „Dominik“ Langer bereits in der zwölften Spielminute gezwungen, seine Mannschaft aufgrund des Spielstands von 7:3 erstmals für eine Minute zu sich zu rufen. Leider blieb der gewünschte Effekt aus und die Hausherren konnten unter großem Jubel ihrer Fans weiter davonziehen. Nach einem 11:5 Rückstand kämpften sich die Löwen in Überzahl wieder auf 12:8 heran, haderten aber in dieser Phase zu viel mit dem Schiedsrichter und sich selbst, sodass man kurz vor der Halbzeit sogar mit 18:10 ins Hintertreffen geriet. Zwei Anschlusstore durch die Sprungwunder Jonas Gäbler und Felix Wörner sorgten immerhin für einen etwas ansehnlicheren Halbzeitstand von 18:12. Dennoch traten die Gäste den Gang in die Kabine mit unzufriedenen Mienen an.
Ebendiese Kabinen, welche auch schon bessere Zeiten gesehen hatten, sorgten für noch betretenere Gesichtsausdrücke in den Reihen der Gäste. Dennoch war die Vorgabe von Coach Langer klar: Wenn die Angriffe besser abgeschlossen werden und die Abwehr ihren Torhüter noch mehr unterstützt, indem sie schwierigere Würfe provoziert, ist die Messe noch nicht gelesen. Co-Spielertrainer Tobias Köglmeier erinnerte selbstkritisch daran, sich Würfe lieber mit geringerem Abstand zum Tor zu nehmen, während Keeper Paul Mögel – ungewohnterweise in der Halbzeitkabine anwesend – seinem Team versicherte, in der zweiten Halbzeit ein stärkerer Rückhalt zu sein. Als Coach Hasi dann noch die magischen Worte „Es geht wieder bei 0:0 los“ über die Lippen huschten, spürten seine Schützlinge, dass die Punkte an diesem Abend noch nicht verloren waren.
Obwohl es ein wenig Anlaufzeit brauchte, kam die Anzinger Regionalligareservereserve wie verwandelt aus der Halbzeit. Die Abwehr stand stabiler, es gelangen die ersten Paraden und eigene einfache Tore auf der Gegenseite. Nach dem 21:16 starteten die Rossoneri ihren ersten Lauf. Innerhalb von sieben Minuten – davon zwei torlose Minuten in eigener Überzahl und eine eigene Unterzahl – konnte man den Ausgleich zum 21:21 herstellen. Der Coach der Hausherren reagierte mit einer Auszeit. Die Folgeminuten waren hart umkämpft. Immer wieder zog Ost mit einem Tor davon und Anzing markierte den Ausgleich. Entsprechend stimmungsvoll reagierten die Fans beider Lager. Nachdem es ab Spielminute 47 für zwei torlose Minuten lang 24:24 stand, startete Anzings wahre Liebe ihren zweiten Lauf dieser Halbzeit. Durch eine konsequente Abwehr auf allen Positionen, insbesondere vertreten durch Lasse Hagedorn, der in dieser Phase bisher unbekannte Qualitäten als „Emotional Leader“ aufzeigte, gelangen den Löwen Ballgewinne, die durch Tempogegenstöße in einfache Tore umgemünzt wurden. Während die Flügelflitzer Johnny Gäbler und Timo Stöcker ihre Gegenstöße locker verwandelten, gingen dem Routinier Nick „no Air“ Jordan auf den letzten Metern völlig ungewohnt die Körner aus, wodurch es einem übermotivierten Ostler noch gelang, ihn unfair zu stoppen. Es wurde folgerichtig auf eine rote Karte entschieden und Darius Förster, der im gesamten Spiel von der 7m-Linie makellos blieb, verwandelte auch diesen Strafwurf ohne Probleme. In diesen fünf ereignisreichen Minuten gelang es den Gästen, eine vorentscheidende 24:29 Führung herzustellen und die Lautstärke der Heimfans auf ein Minimum zu reduzieren.
Sehr zur Beruhigung des Trainerteams und der mitgereisten Fans gelang es den Anzingern, diese Führung in den verbleibenden acht Minuten souverän zu verwalten. Zwar kamen die Heimischen noch zweimal auf drei Tore heran, es herrschte jedoch keine Gefahr, dass sich das Spiel ein weiteres Mal drehen könnte. So feierten die Löwen nach Ertönen der Schlusssirene einen hart erkämpften 29:32 Sieg gegen den Tabellennachbarn, den sie sich vor allem durch ein eindrucksvolles Comeback in der zweiten Hälfte verdient hatten. Gerüchten zufolge reichten die Feierlichkeiten einiger Spieler bis in die frühen Morgenstunden, wobei es sogar nochmal ein (zumindest einseitig) freudiges Wiedersehen mit einzelnen Gegenspielern gab.
Nachdem das Spiel gegen den TSV Forstenried auf Wunsch der Gäste auf Samstag, den 12.4., verlegt wurde, können sich AwL-Ultras nun noch auf drei weitere Wochenenden mit Spitzenhandball ihrer Lieblingsmannschaft der Bezirksliga 1 freuen. Als nächstes empfängt man den Tabellenführer HSG München West, wo man im Hinspiel die bisher höchste Niederlage der Saison kassierte und daher noch eine Rechnung zu begleichen hat. Die Dritte freut sich auf Unterstützung am Sonntag, den 23.3., um 20 Uhr in der heimischen Löwenhöhle.
Spieler und Tore:
Mögel (Tor), Gäbler (4), Wörner (3), Lück (2), Kummer, Köglmeier (5), (Finsterhölzl?), Stöcker (4), Hagedorn (1), Oellerer, Förster (6/4), Jordan (5), Harder (2)
Stimmen zum Spiel:
Paul Mögel: „Beim 0:1 wars mir persönlich eigentlich schon klar, dass wir das Ding heute holen.“
Lasse Hagedorn: „Die Stimmung heute in der Halle war wirklich gut, aber in der zweiten Halbzeit ist es leider in einer Hälfte der Halle merklich leiser geworden…“
Tobias Köglmeier: „Wen interessiert schon die erste Halbzeit, solange wir in der zweiten und dritten Halbzeit performen!“
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14 Feb
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